Nesenbachers Cache-Talk

Ein Geocaching-Blog von Heike & Jo
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Lost-Place, oder doch nix lost?!

Auf der Suche nach einer netten, kleinen Cacherunde durchforsteten wir unsere Bootmarklisten. In der Nähe sollte sie sein und gerade richtig für einen angebrochenen Sonntag-Nachmittag. Da sprang uns ein Satz in einem Listing geradezu ins Auge, dass man unterwegs an einem Lost-Place vorbeikommen würde und ihn ruhig betreten darf, wenn man nicht gerade 3 Tonnen wiegen würde…

… Dies klang für uns nach einem alten Haus mit morschen Böden. Zur Sicherheit wurde nochmals die Waage befragt – passt alles! Die Runde an sich schien auch ganz nett zu sein, also nichts wie los.

Voller Vorfreude auf den Lost-Place begannen wir den Multi. Bereits nach der 1.Stage sah es doch sehr verlassen aus: Ein Trafohäuschen ohne Stromleitungen stand einsam in der Landschaft. Sowas haben wir bisher auch noch nie von innen gesehen. Dort angekommen aber die Ernüchterung: Massive Türen, massives Schloss, keine Chance ins Innere zu gelangen. Weiter auf der Runde. Wow, eine Kläranlage! Mit denen hatten wir schon so unsere Erfahrungen, aber wenn der Owner ausdrücklich schreibt… Doch schon bevor wir nach dem Loch im Zaun suchten merkten wir, dass die Anlage noch in Betrieb war. Weiter ging es auf dem Multi. Es näherte sich bereits die vorletzte Stage und noch immer kein Lost Place.

Ein alter Aussiedlerhof kam in Sicht. Je näher wir kamen, um so deutlicher erkannten wir, dass der Hof wohl schon erheblich bessere Zeiten erlebt hat. Das muss es sein! Teile von Landmaschinen säumten den Weg, vor dem Haus ein Auto aus den 80er Jahren mit platten Reifen und vollgestopft mit Müll. Daneben eine typischen Katzenfutter-Station, wie wir sie schon oft an Lost-Places gesehen haben. Hinterm Haus weitere Landmaschinenteile und mehrere LKWs, deren Zustand sich nicht viel von dem des PKWs unterschied und unzählige Berge mit Müll und Schrott. Der geräumige Wintergarten, der wohl mal als Eingangsbereich diente, war komplett und bis unters Dach vollgestopft mit Müll. Wir wurden sofort an JRs verlassenes Haus #14 erinnert.

Plötzlich bemerkten wir, dass noch andere Personen ums Haus schlichen. Ebenfalls Cacher? Wir schlenderten gespielt gelassen in ihren Sichtbereich und trugen unser GPS-Gerät gut sichtbar. Ein Pärchen. Etwa in unserem Alter. Doch sie zeigten keine Reaktion auf das GPS, also grüßten wir freundlich und inspizierten zunächst die Scheune. Sie war unverschlossen. Auch hier wieder LKW-Teile, aber auch landwirtschaftliche Geräte, doch im Gegensatz zu allem anderen auf dem Hof, sahen sie noch intakt aus. Vielleicht ist die Scheune verpachtet?

Der Hintereingang zum Haupthaus war mit einem erstaunlich neuen Schloss gesichert und auch ein weiteres Tor war verschlossen. Also doch vorne rein. Womöglich durch den Müll. Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber was tut man nicht alles für einen Lost-Place?! Vorne angekommen trafen wir wieder auf das Pärchen. Sie sahen aus, als ob auch sie überlegten, ob sie sich das antun sollen. Wir begannen ein unverfängliches Gespräch und bekamen mit, dass auch sie sich gerne verlassene Gebäude anschauen und aus diesem Grund auf den Hof aufmerksam wurden. Es entstand ein richtig nettes Gespräch und plötzlich merkten wir, dass ein Wagen in die Einfahrt eingebogen war und auf uns zu kam. Sicher die typische, ältere Dame, die den Katzen die übriggebliebenen 2/3 des Sonntagsbratens bringt. Wir machten deshalb auch keine Anstalten zu gehen, sondern wollten eben erst dann ins Haus, nachdem die Raubtierfütterung beendet war.

Wir grüßten die alte Dame freundlich, aber anstatt die Katzen zu füttern, gesellte sie sich zu uns und begann ein Gespräch. Dass es auch in ihrem Wagen auffällig unaufgeräumt aussah, bemerkten wir nur am Rande, aber während ihrer Erzählungen über den Hof und seine Geschichte, überkam uns der Verdacht, dass sie die Besitzerin des Hofes sei und dort ganz alleine lebt. Auf direkte Nachfrage bestätigte sie dies auch. Gut, dass wir noch keinen Zugang zum Haus gefunden hatten!

Wir hörten uns noch eine Weile die Geschichten der Messie-Oma an und verabschiedeten uns von ihr. Mit dem netten Pärchen quatschten wir aber noch eine halbe Ewigkeit, tauschten Mail-Adressen aus und versprachen, dass wir mal was zusammen machen.

Dann setzten wir unsere Runde fort. Den versprochenen, echten Lost-Place konnten wir aber beim besten Willen nicht entdecken. Was hatten wir übersehen? Zuhause kontaktierten wir sofort den Owner und waren gespannt auf seine Erklärung. Diese kam prompt und es stellte sich heraus, dass er mit dem Lost-Place ein kleines baufälliges, Brückchen über einen Bach gemeint hat. Doch an diesem Tage war uns nicht mal dieser Lost-Place vergönnt, denn das Brückchen war erst kürzlich durch eine neue, breite Brücke ersetzt worden.

3 Responses to “Lost-Place, oder doch nix lost?!”

  1. elli1503 meint:

    Oh weh :negative:
    Aber so isses leider bei uns in der Gegend: entweder der (vermeintliche) LP ist schon wieder untervermietet, oder da wohnt tatsächlich jemand ! 🙂

  2. ChiefController meint:

    Von einem “älteren baufälligen Bauwerk” gleich auf einen Lost Place zu schließen – da können echt bloß Cacher drauf kommen :yahoo: .
    Ich hatte das Wort “Brücke” bloß deshalb nicht erwähnt, damit die Rundenführung etwas unklarer bleibt 😉

  3. tschonnie83 meint:

    Mein bester LP war eine Stelle im Wald. Naja, eigentlich war es nicht wirklich ein Wald sondern ein Wäldchen bei Stuttgart…. Und da halt mittendrin… :yahoo:

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